Liebe Leserin, lieber Leser,

stellen wir uns vor, ein Garten wird angelegt. Sträucher müssen geschnitten, Steine versetzt und Berge von Erde bewegt werden. Zu Beginn ist alles noch im Umbruch oder im Rohzustand – eine einzige Baustelle! Wer sich das anschaut, fragt sich unwillkürlich: Wird das was?

Für den PfarrPlan 2024 legt sich dieses Bild nahe. Vieles kommt in Bewegung, muss neu konzipiert sowie umstrukturiert werden und weniger Pfarrstellen führen zu spürbaren Einschnitten.

Zu Recht wirft das Fragen auf. Wir wollen versuchen, darauf gute und verständliche Antworten zu geben. Denn es ist uns wichtig, diesen Prozess verantwortlich und transparent zu gestalten. Wir zeigen auf, weshalb wir den PfarrPlan brauchen und stellen die unterstützenden Maßnahmen vor.

Dem PfarrPlan 2024 haben wir den Titel „ZusammenWachsen“ gegeben. Weil wir glauben, dass wir diese Aufgabe nur gemeinsam und in einem guten Miteinander bewältigen können. Genau darin liegen auch Chancen. Kirchengemeinden gehen aus diesem Prozess gestärkt hervor, wenn Dinge strukturell zusammengedacht und zusammengelegt werden. Das ist die eine Dimension.

Die andere Dimension ist: Wir konzipieren zwar und gestalten, pflügen und säen, „doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand“ (EG 508). Dies zu wissen stärkt und inspiriert. Wenn wir, auch bei zurückgehenden Zahlen, auf Jesus Christus als den Herrn der Kirche hin wachsen, wird uns auch das ZusammenWachsen gelingen.

Es freut mich, wenn wir darüber in guter Weise ins Gespräch kommen.

Ihr
WoIfgang Traub
Oberkirchenrat

Klar in der demographischen Analyse

In der demographischen Entwicklung zeichnen sich zwei wesentliche Trends ab:

ERSTENS:
Zurückgehende Gemeindegliederzahlen.

ZWEITENS:
Ein verstärkter Ruhestandseintritt der Pfarrerschaft in den 2020er Jahren.

Mit dem PfarrPlan passen wir als Evangelische Landeskirche in Württemberg die Anzahl und die Verteilung der Gemeindepfarrstellen an die sich abzeichnenden demographischen Entwicklungen an. Damit schaffen wir nachhaltige und verlässliche Strukturen.

Verlässlich in der pfarramtlichen Versorgung der Kirchengemeinden

Ein zentrales Ziel unserer Planungen ist die konstante pfarramtliche Versorgung der Kirchengemeinden.

DAS INSTRUMENT DAFÜR:
Die Personalstrukturplanung. Wir rechnen langfristig und planen von der Aufnahme in den Vorbereitungsdienst bis zur Pensionierung. Die Finanzierung des Pfarrdienstes wollen wir auch in Zeiten zurückgehender Gemeindegliederzahlen für kommende Generationen gewährleisten.

DAS ERGEBNIS:
Die Zahl der Gemeindeglieder pro Gemeindepfarrstelle ist seit zwanzig Jahren nahezu unverändert.

UNSER ZIEL:
Dieses Verhältnis auch in den nächsten zehn Jahren möglichst konstant zu halten.

Gerecht in der Frage der Verteilung

Eine gerechte und differenzierte Verteilung der Gemeindepfarrstellen auf die einzelnen Kirchenbezirke ist uns wichtig. Wir berücksichtigen bei der Berechnung der Zielzahlen die örtlichen und regionalen Strukturen.

DER ERMITTLUNG DES BEZIRKLICHEN ZIELSTELLENPLANS LIEGEN ZEHN MERKMALE ZUGRUNDE:

  1. Sockel: für Grundaufwand Kirchenbezirk
  2. Zahl der Gemeindeglieder: für Seelsorge, Kasualien und gemeindliches Leben
  3. Modifizierte Zahl der Kirchengemeinden: für Verkündigung und Leitung
  1. Zusätzliche Predigtstellen: für weiteren Verkündigungsaufwand
  2. Einwohnerzahl pro Gemarkung: für überdurchschnittliche Ländlichkeit
  3. Verhältnis von evangelischen zu katholischen Christen: für klassische Diaspora
  4. Bevölkerung, die keiner Großkirche angehört: für moderne Diaspora
  5. Religionsunterricht auf Basis der Deputatsverordnung
  6. Sonderaufträge von Gemeindepfarrstellen
  7. Stellenanteile für überregionale Aufgaben

Partnerschaftlich in der Vorgehensweise

Wir legen Wert auf ein partnerschaftliches Vorgehen zwischen Kirchengemeinden, Kirchenbezirk, Oberkirchenrat und Landessynode. Auf Ebene der Kirchenbezirke wird in einem Beteiligungsverfahren zwölf Monate lang die Verteilung der Gemeindepfarrstellen auf die einzelnen Kirchengemeinden geplant.

Danach prüft und berät der Oberkirchenrat gemeinsam mit der Landessynode die bezirklichen Stellenverteilungskonzepte und kommt erst danach zu einem Beschluss.

Für die Umsetzung des PfarrPlans ist ein Zeitraum von 6 Jahren vorgesehen, begleitet und unterstützt durch ein umfassendes Maßnahmenpaket.

Unterstützend in der Umsetzung

Veränderung gelingt nur gemeinsam. Deshalb unterstützen wir Kirchengemeinden und Kirchenbezirke bei der Umsetzung des PfarrPlans.
Die derzeit beschlossenen Maßnahmen sum- mieren sich auf über 100 Millionen Euro bis zum Jahr 2040.

ZUSÄTZLICHE AUFNAHMEN
Zu den geplanten jährlichen Aufnahmen in den Vorbereitungsdienst und in die Berufsbegleitende Ausbildung im Pfarrdienst sollen in den Jahren 2020 bis 2024 zusätzlich 15 Personen aus alter- nativen Zugängen aufgenommen werden.
Hinzu kommen weitere finanzielle Mittel für die Besetzung von 15 Stellen im Bereich des Sonderpfarrdienstes durch Angehörige anderer Berufsgruppen.

RUHESTANDSBEAUFTRAGUNGEN
Ab 2019 werden 15 Ruhestandsbeauftragungen zusätzliche Vertretungsmöglichkeiten schaffen.

Entlastungspaket

Der Rückgang im Pfarrdienst soll durch den Ausbau von Stellen für Religionspädagoginnen bzw. -pädagogen und Gemeindediakoninnen bzw. -diakone abgefedert werden.

Dazu sollen stufenweise bis zu 55 Stellen für Religionspädagoginnen und Religionspädagogen bzw. Diakoninnen und Diakone aufgebaut werden:

STRUKTURFONDS
Der Strukturfonds beinhaltet finanzielle Mittel für Kirchengemeinden zur konkreten Unterstützung des Pfarrdienstes. Beispielsweise durch Aufstockung von Sekretariatsstunden, Schaffung von Gemeindebüros o.ä. Insgesamt sollen 30 Millionen Euro in zwei Raten zur Verfügung gestellt werden:

OPTIMIERUNG DER VERWALTUNG
Zusätzliche Stellen im Personalwesen und weitere Maßnahmen.

PROJEKT INTEGRIERTE BERATUNG
Ein Team aus Architekten/-innen, Verwal- tungsbeamten/-innen, Juristen/-innen, Pfarrern/-innen und ausgebildeten Gemeindeberatern/-innen suchen gemeinsam mit Kirchengemeinden nach Strategien und Lösungen in drei Bereichen:

  1. Bei der Zusammenarbeit der Kirchengemeinden
  2. In der Ausgestaltung des Pfarrdienstes zu mehr Kooperation, gabenorientiertem Arbeiten und neuen Geschäftsordnungen
  3. Bei der Ausarbeitung von finanzierbaren und attraktiven Immobilienkonzeptionen

Weitere Informationen finden Sie unter: www.spi-beratung.de

DAS MODELL DER VERBUND- KIRCHENGEMEINDE
Das Modell bietet die Möglichkeit, die Gremien- und Verwaltungsarbeit, Gottesdienstordnung und Pfarrstellenbesetzung mehrerer selbstständig bleibender Kirchengemeinden im Verbund zu organisieren sowie haupt- und ehrenamtliche Kräfte zu entlasten.

INFORMATIONSMATERIALIEN UND PRAXISBEISPIELE

Auf der PfarrPlan-Homepage service.elk-wue.de/pfarrplan finden Sie alle wichtigen Informationen zum PfarrPlan, zu den unterstützenden Maßnahmen sowie hilfreiche Praxisbeispiele zur Umsetzung.

ZusammenWachsen heißt:

Als Kirche schauen wir nicht nur auf den eigenen
Kirchturm, sondern sind ein Leib mit vielen Gliedern.

Als Kirche teilen wir nicht nur eine gemeinsame
Auffassung, sondern teilen Glaube, Hoffnung
und gemeinsames Leben.

Kirche sucht und fragt, was es braucht,
damit sich das Leben entfalten kann.

Kirche lebt von dem, was ihr geschenkt
ist und gibt es weiter.

Kirche begrenzt sich nicht, sondern vertraut
Jesus Christus als Herrn des Lebens
und der Kirche.

SPRECHEN SIE UNS GERNE AN.

Wir helfen Ihnen bei allen Fragen rund um den PfarrPlan:
paul-gerhard.schoell@elk-wue.de

Die Beratung durch das Projekt SPI kann beantragt werden:
spi-beratung@elk-wue.de

Die Gemeindeberatung vermittelt Gemeindeberaterinnen und Gemeindeberater,
die gemeinsam mit Ihnen den Prozess vor Ort begleiten:
gemeindeberatung@elk-wue.de

Damit wir ZusammenWachsen können.

MATERIALIEN UND DOWNLOADS

Alle Materialien und Medien zum PfarrPlan2024 können Sie sich auf der
Webseite service.elk-wue.de/pfarrplan downloaden.